Eine kurze Glasgeschichte

Geschichte

Eine kurze Glasgeschichte

Glas ist eigentlich schon so alt wie die Erde – in seiner natürlichen Form. 
Obsidian zum Beispiel ist ein vulkanisches Gesteinsglas, das bei der raschen Abkühlung von Lava entsteht. So genannte Impaktgläser bilden sich wiederum nach dem Einschlag (Impakt) großer Meteoriten aus geschmolzenem Gestein.

Die Anfänge

Der Mensch begann vor über 5.000 Jahren mit der Herstellung von künstlichem Glas. Älteste Funde im Orient und Ägypten belegen, dass bereits um 3.000 v. Chr. Glasobjekte geschaffen wurden, zum Beispiel Perlen und später Amulette aus Glas.
Überliefert ist als ältestes Rezept zur Glasherstellung eine Tontafel des assyrischen Königs Assurbanipal aus dem Jahr 650 v. Chr.: „Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide – und Du erhältst Glas.“

Die Zutaten haben sich bis heute kaum geändert. Glas ist im Wesentlichen ein Gemisch aus Siliziumdioxid – besser bekannt als Quarzsand –, Kalk, Soda (Natriumcarbonat) und Pottasche geblieben. 
Dieser Mix schmilzt bei Temperaturen um 1.500 °C zu Kalk-Natron-Glas, das heutzutage übrigens über 90% der weltweiten Glasproduktion ausmacht.

Doch zurück zu den Anfängen: Die Menschen mussten demnach schon vor mehreren tausend Jahren in der Lage gewesen sein, so hohe Temperaturen zu erzeugen. Vermutlich gelang ihnen dies in den damals betriebenen Brennöfen für Tongefäße, bei denen das Zusammenspiel von sodahaltiger Asche, kalkhaltigem Untergrund und Feuer die Bildung von Glas(abfällen) ermöglichte. So entstand künstliches Glas wahrscheinlich mehr durch Zufall als planvoll.

Die Vorzüge von Glas verbreiteten sich jedoch rasch und die Herstellungstechniken wurden weiterentwickelt. So schuf man in einer etwas aufwändigen und längeren Prozedur etwa Hohlgefäße, ebenso Fläschchen und Schalen aus Glas. Das vielseitige Material avancierte zu einem teuren Statussymbol der gehobenen Schichten im Mittelmeerraum.

Glas bei den Römern und in Mitteleuropa

Eine neue Ära in der Glasmacherkunst begann um das Jahr 0: Im Römischen Reich wurden Glasmacherpfeifen entwickelt. Die Technik des Glasblasens war bald im gesamten Imperium bekannt. Sie ermöglichte und vereinfachte die Herstellung von Gefäßen in allen denkbaren Größen und Formen. Damit wurde Glas zu einem Massenartikel, für den aber immer noch ein recht hoher Preis zu zahlen war.

Im Gegensatz zu den Römern, die Glasscheiben nachweislich bereits im 1. Jhd. in Fenstern einsetzten, dauerte es damit nördlich der Alpen noch ein paar Jahrhunderte. Zunächst verwendete man hier etwa ab dem Jahr 450 Glas für Fenster im Kirchenbau. Eine sich ausbreitende Verwendung für Privathäuser konnte ab dem 12. Jhd. beobachtet werden. Fenster mit Glasscheiben blieben jedoch ein Luxusgut und setzten sich erst allmählich ab dem 16. Jhd. flächendeckend durch.

Rom

Glas ab 1800

Mit der industriellen Revolution im 19. Jhd. begann auch bei der Glasherstellung eine Zeitenwende: Automatisierte Prozesse und innovative Entwicklungen optimierten die Produktionsabläufe und verbesserten die Qualität. So stellte zum Beispiel Friedrich Siemens 1856 den ersten Glasofen mit Regenerativbefeuerung und neun Jahre später den ersten kontinuierlich betriebenen Wannenofen vor. Die neuen Technologien senkten den Energieverbrauch deutlich und sorgten gleichzeitig für eine verbesserte Temperaturführung in der Schmelzwanne.

Gut fünf Jahrzehnte später ging man bei der Flachglasproduktion einen großen Schritt voran: 
1902 ließ sich William E. Heal in den USA das Floatglasverfahren patentieren. Bei diesem Verfahren läuft die geschmolzene Glasmasse kontinuierlich zur Abkühlung über ein Zinnbad. Das Ergebnis sind nahezu rückstandsfreie und planparallele Oberflächen.

Diese Methode ermöglichte die Herstellung großflächiger Scheiben in einwandfreier Qualität und kam dem Wunsch von Planern, Architekten und Bauherren nach dem Einsatz großzügiger Glasflächen entgegen. Das Patent galt aber zunächst als unpraktikabel und wurde nicht in nennenswerten Größenordnungen umgesetzt. Erst nach einer Weiterentwicklung bis zur industriellen Serienreife durch das britische Unternehmen Pilkington Brothers 1959 setzte sich die Floatglasmethode weltweit durch, löste Guss- und Blasverfahren in der Flachglasproduktion fast vollständig ab und verringerte die Kosten für Flachglas erheblich.

Glas heute

Glas Heute

Heute ist Glas allgegenwärtig: in der Industrie, in der Architektur, in der Kunst, in Privathaushalten, einfach überall. Glas ist einer der vielseitigsten und beliebtesten Werkstoffe überhaupt.

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